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Im Weinkeller des Fazenda

London, England

Im Weinkeller des Fazenda,  London, England

Andrea-Maria Mosbacher kam anlässlich der Eröffnung des Restaurants in London im April 2023 zur Fazenda-Gruppe. Die junge Sommelière mit österreichischen Wurzeln baute ihre Speisekarte anhand der Werte des Unternehmens auf, das 2010 in Leeds gegründet wurde, um in Großbritannien auf Geschmack und Aromen Südamerikas aufmerksam zu machen. Sie hat uns die Tür in diese köstliche Welt geöffnet.

euro cave weinkühler zeichnung

Eine (gar nicht so) gewagte wette

„In Großbritannien trinken wir seit eh und je französische Weine. Jetzt beginnen wir auch damit, sie zu produzieren. Das Interesse gilt aber auch seit langem den Weinen aus aller Welt. Der internationale Weinmarkt ist überaus dynamisch. Die englischen Weintrinker haben einen gut ausgebildeten Geschmack und kennen sich bereits bestens mit den Ländern aus, auf die wir den Akzent legen: Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay.“ So erklärt Andrea den Erfolg eines Restaurants, in dem stets reges Treiben herrscht. Dazu muss man sagen, dass sie sich selbst ein solides Fachwissen angeeignet hat, sowohl technischer Art mit einem WSET-Weindiplom der Qualifikationsstufe 3 (Stufe 4 in Aussicht) als auch praktischer Art, da sie ihre Londoner Karriere in einem argentinischen Restaurant begonnen hat.

Das perfekte foodpairing

Ins Fazenda zieht es den Gast selbstredend wegen der Einrichtung und des Ambientes, aber vor allem wegen der Küche, die das traditionelle Essen der südamerikanischen Pampa auf moderne Weise neu erfindet, insbesondere das Rodizio, Grillfleisch im All-you-can-eat-Prinzip. „Ich arbeite eng mit dem Chefkoch zusammen, um mir Aromenspiele für jeden einzelnen Gang oder für eine Flasche auszudenken, die die gesamte Mahlzeit begleitet. Der gut strukturierte Malbec, eine wichtige Rebsorte in Südamerika, vor allem in Argentinien, passt wunderbar zu rotem Fleisch. Aber auch leichtere Rotweine stehen auf der Karte, vor allem aus einer anderen typisch argentinischen Rebsorte, die in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt hat, nämlich der Rebsorte Bonarda, die mit dem Gamay verwandt ist.“ Auch Weißweine kommen nicht zu kurz. Eine von Andreas Lieblingskombinationen besteht aus einem Glas Torrontès, einem Weißwein so ikonisch wie der rote Malbec, und einfachen Empanadas (kleinen Teigtaschen, die mit Fleisch oder Gemüse gefüllt sind).

Ein weinkeller in ständiger bewegung

Als wir uns mit Andrea unterhielten, umfasste ihre Weinkarte knapp 190 Weine. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Weinkarte seitdem noch umfassender geworden ist, da eine der großen Freuden der österreichischen Sommelière, die an der Universität Savoie Mont Blanc in Önologie ausgebildet wurde, nach wie vor die Entdeckung neuer Weine ist. „Die Welt der Weine in Südamerika ist ein schnell wachsender Markt, wobei die Praktiken mittlerweile nachhaltiger sind. Das Interesse am regenerativen Weinbau ist in diesem Teil der Welt sehr groß. Immer neue Regionen, eine erfreuliche Vielfalt, gilt es zu entdecken und zu erforschen. Eine Rebsorte wie Malbec wird in Argentinien oder in Chile nicht zum selben geschmacklichen Weinergebnis führen. Brasilianischer Wein macht dank seiner bergigen oder am Atlantischen Ozean gelegenen Anbaugebiete ebenfalls rasante Fortschritte. Ich würde gerne mehr Zeit zum Reisen haben!”

Gläser, die tango tanzen

Argentinien nimmt einen ganz besonderen Platz in Andreas Herz ein. Und für die Briten ist der Falklandkrieg schon lange her. Argentinische Weine sind in jedem Restaurant zu finden. Im Fazenda machen sie fast die Hälfte der Weinkarte aus. „Ich hatte das Glück, Argentinien zu bereisen. Ich erinnere mich besonders gern an das Weingut Catena Zapata, das ganz zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. Es erstreckt sich an den Ausläufern der Anden über sechs Weinberge von Norden nach Süden und ist einfach großartig.”

Von der kunst, wein zu lagern

Zur Aufbewahrung ihrer kostbaren Flaschen stehen Andrea fünf EuroCave-Weinklimaschränke zur Verfügung, einer für Schaumweine, zwei Serviceschränke getrennt nach Rot- und Weißweinen, und zwei für die Reifung. „Die Weinklimaschränke sind sehr schön, sehr ästhetisch, vor allem aber sehr nützlich, insbesondere für Lagerweine, die in Südamerika ganz fantastisch sein können. Ich habe eine wunderbare Erinnerung an drei Weine vom Weingut Catena Zapata, einen Malbec aus dem Jahr 1994, einen Chardonnay aus dem Jahr 1999 und einen Cabernet Franc aus dem Jahr 2007.”

Gastro-Journalist - Stéphane Méjanès

Der ehemalige Sportjournalist Stéphane Méjanès berichtet seit 2012 für verschiedene Magazine, Zeitschriften und Websites über die Gastronomie in all ihren Facetten. Er ist Autor eines Pamphlets über Gastrokritik, „Tailler une plume“ (Éditions de l'Épure, 2019), sowie mehrerer Bücher von Küchenchefs. Er arbeitet außerdem als Dozent an der Hochschule für Hotellerie und Tourismus ESTHUA in Angers, wo er einen Kurs über Restaurantkritik für Master 2-Studenten anbietet. Zusammen mit Guillaume Gomez und Tiptoque ist er Initiator der Bewegung „Les Chefs avec les Soignants“ (etwa: Chefköche für das Pflegepersonal) und wurde dafür mit dem Solidaritätspreis La Liste 2021 ausgezeichnet. Für seine persönlichen Arbeiten wurde er 2019 mit dem Journalistenpreis „La plume d’or“ ausgezeichnet und 2018 erhielt er den Preis Amunategui-Curnonsky, der Journalisten verliehen wird, die sich in besonderer Weise um den Ruf der französischen Kochkunst verdient machen.

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